Wie bereitest du Kaffee mit der AeroPress zu?

Comment préparer un café avec un AeroPress ?

Die AeroPress, oft als „Schweizer Taschenmesser“ unter den Kaffeebereitern bezeichnet, ist ein manueller Kaffeebereiter, den Alan Adler 2005 erfunden hat. Kompakt, leicht und nahezu unverwüstlich, hat sie sich als eines der vielseitigsten Werkzeuge für Spezialitätenkaffee durchgesetzt. Sie ist einfach zu bedienen und trotzdem erstaunlich präzise. So kannst du eine große Bandbreite an Geschmacksprofilen ausprobieren, von hellem, zartem Kaffee bis zu intensiveren Extraktionen mit mehr Körper.

Innerhalb weniger Jahre ist die AeroPress zum Kultobjekt geworden, bei Einsteigern genauso beliebt wie bei Barista-Weltmeistern.


 

Was du brauchst

  • Eine AeroPress
  • 16 g Kaffeebohnen, mittelfein bis leicht grob gemahlen
  • 240 g gefiltertes Wasser, kurz vor dem Kochen
  • Löffel oder Stäbchen zum Umrühren
  • Feinwaage
  • Stoppuhr

Was wir für diese Anleitung verwendet haben

  • AeroPress
  • Einen unserer Saisonkaffees: Kamwangi AA
  • Handmühle Timemore Chestnut C3S Pro
  • Waage Timemore Basic 2.0
  • Wasserkocher Timemore Fish Smart

 

 

Tipp zum Verhältnis bei der AeroPress

Egal, wie groß dein Kaffeebereiter ist: Als Faustregel gilt ein Verhältnis von 1:16 zwischen Kaffee und Wasser.

Das heißt: Auf 1 g Kaffee kommen 16 g Wasser, also etwa 3½ Esslöffel Kaffee auf 1 Tasse Wasser.

Davon ausgehend kannst du experimentieren, bis du das Verhältnis findest, das dir am besten schmeckt.

 

Die Zubereitung

Schritt 1: Kaffee mahlen

Nimm 16 g Kaffee.
Mahle ihn etwa so fein wie Speisesalz. Je nachdem, wie intensiv oder bitter deine Tasse werden soll, kannst du den Mahlgrad anpassen. 

Schritt 2: AeroPress vorbereiten

Lege einen Papierfilter in die Filterkappe und spüle ihn mit kaltem Wasser aus.
Setze die beiden Teile deiner AeroPress zusammen, dreh sie um und stell sie auf deine Waage. Das nennt man die umgekehrte Methode (Inverted-Methode).
Fülle den Kaffee ein und verteile ihn, indem du die AeroPress leicht schüttelst.

 

 

Schritt 3: Vorbrühen (Bloom)

Starte die Stoppuhr und gieß etwa 60 ml bzw. 60 g heißes Wasser mit rund 92 °C auf, sodass das ganze Kaffeemehl benetzt ist. Du kannst die Mischung mit einem Holzlöffel leicht umrühren. Lass sie dann 30 Sekunden quellen.

 

Schritt 4: Ziehen lassen

Gieß die restlichen 180 g Wasser auf und verschließ die AeroPress, ohne den Kolben zu drücken, damit Wärme und Aromen nicht entweichen. Lass den Kaffee dann noch 1 Minute 30 Sekunden ziehen.

 

Schritt 5: Pressen

Drücke den Kolben etwa 30 Sekunden lang langsam bis ganz nach unten, dann einschenken und genießen.
Ist dir der Kaffee zu stark, gib einfach etwas heißes Wasser dazu. Schmeckst du Bitterkeit, passe die Ziehzeit an.

 


Was nur wenige über die AeroPress wissen

  • Die AeroPress wurde 2005 von Alan Adler erfunden, einem Ingenieur aus Stanford. Bevor er den Kaffee umkrempelte, war er schon für den Aerobie bekannt, eine Wurfscheibe (Frisbee), die Weltrekorde im Weitwurf hält. Er ging also von „wie wirft man etwas möglichst weit“ zu „wie macht man möglichst schnell Kaffee“ über.
  • Die unter Profis beliebteste Technik (die AeroPress umdrehen, damit der Kaffee zieht, ohne durchzutropfen) war vom Erfinder nie vorgesehen. Alan Adler selbst bevorzugt die klassische Methode und hält die umgekehrte für unnötig. Aber gut, das Volk hat entschieden!
  • Es gibt eine World AeroPress Championship (WAC). Was 2008 in Oslo als Spaß unter drei Freunden begann, ist heute ein ernsthafter internationaler Wettbewerb. Baristas aus der ganzen Welt treten gegeneinander an, um die begehrte Trophäe zu holen: eine goldene AeroPress.

French Press oder AeroPress: Wo liegen die Unterschiede?

French Press und AeroPress arbeiten beide nach dem Immersionsprinzip, liefern aber sehr unterschiedliche Ergebnisse.

  • French Press: Der Kaffee zieht komplett im Wasser und wird durch ein Metallsieb gefiltert. Das Ergebnis ist ein vollerer Kaffee mit mehr Körper, weil die Öle erhalten bleiben.

  • AeroPress: Sie arbeitet meist mit Papierfiltern und leichtem Druck. So entsteht ein klarerer Kaffee, der leichter im Mund liegt.

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FAQ

Die AeroPress mag einen mittelfeinen bis feinen Mahlgrad, etwa so fein wie feiner Zucker. Genau dieser Mittelweg sorgt dafür, dass das Wasser die Aromen gut extrahiert, ohne dass der Durchfluss stockt.

Ist der Kaffee zu grob gemahlen, wird er dünn und unterextrahiert. Ist er zu fein, bremst er die Filtration und bringt mehr Bitterkeit hervor.

Wenn du die klassische Methode nutzt, wähle eher einen feinen Mahlgrad. Für die umgekehrte Methode funktioniert ein etwas gröberer Mahlgrad sehr gut. Entscheidend für eine ausgewogene Tasse ist in jedem Fall ein gleichmäßiger Mahlgrad.

Ein guter Startpunkt ist ein Verhältnis zwischen 1:15 und 1:17. In der Praxis sind das etwa 15 Gramm Kaffee auf 225 bis 255 Milliliter Wasser.

Mit diesem einfachen Rahmen gelingt eine ausgewogene Extraktion, die dem Profil des Kaffees treu bleibt. Danach kannst du ganz nach deinem Geschmack nachjustieren. Mit weniger Wasser werden Intensität und Körper kräftiger. Mit mehr Wasser wird die Tasse leichter und aromatisch feiner.

Das Verhältnis ist keine feste Regel, sondern ein Anhaltspunkt auf dem Weg zu deiner idealen Tasse.

Die klassische Methode überzeugt durch ihre Einfachheit und geht schnell von der Hand. Sie liefert eine klare, präzise Tasse, in der sich die Aromen gut herausschmecken lassen. Oft ist sie der ideale Einstieg in die Welt der AeroPress.

Bei der umgekehrten Methode zieht der Kaffee dagegen vollständig im Wasser. Die Extraktion lässt sich besser steuern, der Körper ist präsenter, die Textur runder. Sie verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit, bietet aber eine Kontrolle, die anspruchsvolle Kaffeeliebhaber sehr schätzen.

Die Wahl hängt vor allem davon ab, worauf du gerade Lust hast. Effizienz und Klarheit auf der einen Seite, Kontrolle und Tiefe auf der anderen.

Technisch gesehen nein. Die AeroPress erzeugt nicht den Druck, den ein echter Espresso im engeren Sinn braucht.

Mit ihr gelingt aber ein kurzer, konzentrierter und intensiver Kaffee, der einem Espresso in Textur und Aromastärke nahekommt. Als Basis für Milchgetränke wie Latte oder Cappuccino ist er sogar ideal.

Wenn du feiner mahlst, weniger Wasser nimmst und langsam und gleichmäßig drückst, bekommst du ein dichtes, ausdrucksstarkes Ergebnis, oft als „Espresso-Style“ bezeichnet.

Die AeroPress lässt dir viel Spielraum. Schon ein paar Anpassungen verändern das Profil in der Tasse.

Für einen lebendigen, aromatischen Kaffee wähle einen mittleren Mahlgrad, Wasser mit 92 bis 94 °C und eine eher kurze Ziehzeit. So kommen fruchtige Noten und Klarheit in den Vordergrund.

Für eine rundere, ausgewogene Tasse nimm einen etwas feineren Mahlgrad, etwas kühleres Wasser und eine mittlere Ziehzeit. Süße und Komplexität treten dann stärker hervor.

Und für einen intensiveren, kräftig strukturierten Kaffee wähle einen feinen Mahlgrad, weniger Wasser und eine längere Ziehzeit. Du bekommst eine dichte, tiefe Tasse mit langem Nachklang.

Die AeroPress ist ein echtes Experimentierfeld. Jede Variable formt den Ausdruck des Kaffees ein Stück weiter.